Deutsche Doggen vom Gehrensee  

Welpenaufzucht beim Züchter

Die Aufzucht von Welpen ist sicher ein spezielles Thema für den Züchter. Da aber jeder Doggenliebhaber vom Züchter eine artgerechte Aufzucht erwartet, ist dieses Kapitel auch für ihn durchaus interessant.

Was benötigt unser Doggenwelpe um sich optimal entwickeln zu können? Das sind der Bedeutung nach geordnet:

Wie kann man als Züchter diesen Anforderungen gerecht werden?

Um den Doggenwelpen optimale Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, werden sie bei den "Deutschen Doggen vom Gehrensee" in den ersten 3-4 Wochen im Kreise der Familie aufgezogen. Der enge Kontakt zum Menschen wirkt sich sehr positiv auf die Entwicklung des Wesens aus. Eigenschaften wie Anhänglichkeit, Selbstbewußtsein und ein freundliches Aufeinanderzugehen werden somit praktisch in die Wiege gelegt. Da die Hausaufzucht insbesondere räumliche Grenzen hat, erfolgt die weitere Entwicklung nach den ersten 3 Wochen in einem speziellen Welpenzwinger mit einem großen Auslauf. Durch die Einwirkung des Sonnenlichts (Vitamin-D Bildung) und die Bewegung an der frischen Luft, wird die Entwicklung des Bewegungsapparates gefördert. Gleichzeitig kommt es zur Abhärtung, wodurch die Immunabwehr verbessert wird. Die Welpen können sich bei der Aufzucht im Zwinger mit Auslauf auch wesentlich besser und freier bewegen. Dieses wirkt sich positiv auf Wesensentwicklung aus. Welpen benötigen im Alter ab dem 4. Lebensmonat sehr viel Freiraum für ihre bewegten Spiele. Ein Welpenzwinger mit großen Welpenauslauf bedeutet keine Einengung, sondern ein sehr hohes Maß an Freiheit für ein welpengerechtes Spielen und Toben.

e-wurf / Deutsche Doggen vom Gehrensee

Optimal aufgezogene Welpen haben kräftige Knochen und sind sehr muskulös. Die Bauchlinie ist gerade oder nach oben aufgezogen. Diesen Welpentyp erzielt man, wenn ein sehr hochwertiges Futter in vielen kleinen Mahlzeiten verabreicht wird. Das geht natürlich nur wenn die Welpen rund um die Uhr betreut werden. Bei uns werden grundsätzlich nur Spezialfertigfuttermittel entsprechend dem Alter der Welpen verwendet. Eigenfuttermischungen kommen nicht zum Einsatz.

Die Bedeutung von Welpenbesuchen!
Bei den Deutschen Doggen vom Gehrensee hat es sich als sehr positiv herausgestellt, dass die abzugebenden Doggenwelpen bereits 2-3 Wochen nach der Geburt ausgewählt werden und von ihren künftigen Besitzern besucht werden. Solche Welpenbesuche haben sich als sehr positiv für die Wesensentwicklung des ganzen Wurfes herausgestellt. Es handelt sich hierbei um eine frühzeitig Sozialisierung auf fremde Menschen.
Unter Einhaltung einiger hygienischer Vorsichtsmaßnahmen sind Welpenbesuche kein Problem. In der Regel wird dann die Entwicklung des neuen Lieblings durch den künftigen Besitzer schon fotografisch dokumentiert. Nicht selten ist das erste Fotoalbum schon bei der Welpenübergabe voll.

Das können später sehr schöne Erinnerungen sein, da kaum jemand sich vorstellen kann, wie eine Deutsche Dogge einmal ausgesehen hat als sie im Alter von etwa 5 Tagen ein Gewicht von ungefähr 1 kg auf die Waage brachte.

Erfahrene Hundehalter wissen, wie unterschiedlich Welpen aufgezogen werden. Der Züchter als Liebhaber wird keine Mühe scheuen um gesunde, kräftige Welpen abzugeben, die einmal stolze Repräsentanten ihrer Rasse sein sollen.


Welpenaufzucht durch den neuen Halter

Die Welpen der Zuchtlinie vom Gehrensee sind bei der Abgabe bereits an viele Dinge des täglichen Lebens gewöhnt. Das Autofahren wird mehr oder weniger gelassen hingenommen. Nur das Einsteigen ins Auto muß noch geübt werden. Die nachfolgenden Videoclips dokumentieren die Robustheit von Hera und Hektor vom Gehrensee im Alter von 12 Wochen auch außerhalb ihrer gewohnten Umgebung. Die Videoclips wurden während eines Kurzurlaubs an einem abgelegenen Strand der polnischen Ostseeküste in der Nähe von Mielno (Polen) etwa 250 km von Berlin entfernt aufgenommen. Mehrere Übernachtungen auf einem polnischen Bauernhof waren kein Problem. Die Mutterhündin "Gina" war natürlich dabei.

 VIDEO 1  VIDEO 2
 Hera vom Gehrensee  Hektor u. Hera
 Hera "vom  Gehrensee"  Hektor u. Hera "vom  Gehrensee"

Hinweise:

Kommt ein Doggenwelpe das erste Mal in seine neue Umgebung, dann ist in jedem Fall in den ersten Wochen ein erhöhter Betreuungsaufwand erforderlich.
Eine nahezu rund um die Uhr Betreuung erleichtert den Übergang in die neue Familie wesentlich. Für Berufstätige sollte Urlaub angesagt sein, wenn "Oma" o. "Opa" nicht helfen können.

Die Welpen unserer Zuchtlinie wurden bereits vor der Abgabe stark sozialisiert, müssen aber besonders in den ersten Tagen nach der Übernahme mehr oder weniger kontrolliert werden.
Unsere Welpen laufen bereits am ersten Tag den neuen Familienangehörigen auch ohne Leine hinterher. Sie versuchen unter Umständen auch bis aufs Sofa zu folgen. Mit anderen Worten: Es wird eine lenkende Hand in der neuen Umgebung benötigt. Ganz ohne Erziehung geht es auch bei bester Veranlagung nicht.

Das Tragen des Halsbandes wird grundsätzlich wie selbstverständlich angenommen. Ein Brustgeschirr ist nicht notwendig, da die junge Dogge bestrebt ist ihrem Herrchen zu folgen. Kleine Ablenkungen beim Laufen an der Leine durch Schnüffeln sollten anfangs toleriert werden. Mit Toleranz geht das Laufen an einer etwas längeren Leine aber auch fast wie von selbst. Ab und zu sollte man dem Welpen aber auch klarmachen, dass die Leine eine "Richtschnur" des "Rudelführers" ist.

Doggenwelpen müssen besonders in der Wohnung von Anfang an einige Spielregeln kennenlernen, die dann ein Leben lang prägend sind.
Das beginnt mit den neuen Lösegewohnheiten in der fremden Umgebung. Man sollte beachten, dass Welpen besonders nach dem Schlafen und nach dem Fressen sich lösen müssen. Einfühlungsvermögen ist an dieser Stelle von besonderer Bedeutung.
Auch bei einem Welpen muß nicht alles toleriert werden. Der Welpe sollte seinem Herrchen nicht unbedingt auf die Toilette folgen können. Das Alleinsein wird in solchen Situationen bereits geübt.
Es darf in der Regel alles (bis auf Lebensmittel) beschnüffelt werden, knabbern ist aber grundsätzlich nicht erlaubt.
Den Sinn der scharfen Formulierung "Aus", genau zum richtigen Zeitpunkt angewendet, sollte der Doggenwelpe rechtzeitig kennenlernen.
Kinder werden als Spielkameraden völlig akzeptiert, können aber keine Erzieher unsere jungen Dogge sein. Das trifft besonders für Rüden zu.
Damit ist keine Aggressivität gemeint, sondern es ist bereits inakzeptabel wenn Kommandos ignoriert werden, nur weil derjenige der sie erteilt, selbst noch kein Leitbild darstellt.

Der Welpe sollte besonders in den ersten Wochen nach der Übergabe auch nachts nicht isoliert sein. Der Schlafplatz darf keine Ausgrenzung sein, sollte aber auch gleich für später eine feste Lösung darstellen. Eine Umgewöhnung ist immer mit einer erneuten Eingewöhnung verbunden.

Mit der Fütterung gibt es grundsätzlich keine Probleme, wenn das empfohlene Markenfutter für große Rassen verwendet wird, und wenn man mit der Gabe von Leckerli vorsichtig ist. Eine Dogge sollte im Wachstum immer schlank gehalten werden.

In den ersten 4 Wochen nach der zweiten Immunisierung ist der Kontakt zu fremden Hunden auf ein Minimum zu reduzieren. Die Antikörper müssen erst gebildet werden. Erst danach ist der Impfschutz vollständig. Entwurmungen sind in den ersten 7 Monaten einmal im Monat nötig. Junge Doggen sind anfälliger gegenüber Würmer als ausgewachsene Tiere. Das gilt insbesondere wenn sie im Hundeauslaufgebiet sozialisiert werden.

Generell sollte besonders im ersten Lebensjahr die Dogge mit fremden Hunden nur positive Erfahrungen machen. Hier hat das Herrchen eine besondere Verantwortung, da das Sozialverhalten mit anderen Hunden sich nur ohne Leine entwickeln kann.
Negative Erlebnisse können besonders in der ersten Entwicklungsphase prägend sein. Man sollte also aggressiven Hunden, die nicht sozialisiert u. schlecht erzogenen wurden, keine Chance geben.

Eigene Tiere, die bereits zum Haushalt gehören, werden von unseren Doggenwelpen immer voll akzeptiert. Beim Futter sollte man allerdings die Tiere trennen.
Wenn eine Katze einen noch jungen Doggenwelpen das Futter wegfrisst, wird sie später in der gleichen Situation auf Distanz gehen müssen.
Bei frischem Futter, insbesondere wenn es sich um Knochen oder Fleisch handelt, ist die Toleranzgrenze untereinander wesentlich geringer als bei Trockenfutter.
Im Tierreich ist es normal das sich ein älteres, dem Welpen gegenüber durchsetzungsfähigeres Tier, zuerst satt frisst. Hier muß unterstützend gelenkt werden.

Die Gesundheit bleibt in den ersten Wochen und Monaten stabil, wenn der Welpe keine Chance hat sich ungeeignetes Futter zu suchen.
Das Fressen von Gras stellt dabei weniger ein Problem dar. Kritisch kann es werden, wenn Mineralien im Futter fehlen und der Welpe diese in ungeeigneter Form zu sich nehmen will.
Für den noch kleinen Welpen sind höhere Treppenstufen meistens von allein ein Tabu. Treppen sollten aber auch später nicht regelmäßig gestiegen werden. Klettern ist absolut verboten.
Von besonderer Bedeutung ist in den ersten Monaten die Bewegung. Eine Überbeanspruchung des sehr schnell wachsenden Bewegungsapparates kann zu Schäden an den Gelenken und damit zur Arthrose führen. Hier ist Vorsicht und Augenmaß geboten.
Das Temperament und der Muskelapparat unserer Welpen ist stärker als die zum gleichen Zeitpunkt schnell wachsenden Gelenke von ihrer Festigkeit her sein können. Die Ausreifung des Skelettes unserer Doggen beginnt erst mit einem Jahr.

Diese allgemeinen Hinweise sollen für einen guten Start in einer neuen Familie beitragen. Kritische Hinweise werden von Liebhabern in der Regel sehr positiv aufgenommen.

Konkretere Hinweise finden Sie unter:

- Haltung - Fütterung - Bewegung - Sozialisierung - Erziehung -

© by G.Dießel / Mai 2008

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