Linienhybridzucht
| Bianca vom Gehrensee |
Die von mir seit Mitte der 90'er Jahre
angewendete Methode der Linienhybridzucht wurde aus der Leistungszucht von landwirtschaftlichen
Nutztieren abgeleitet.
Der Begriff "Hybrid" (Mischling) stammt aus der
Pflanzenzüchtung, wird aber auch in der Tierzüchtung verwendet. Es
können Arten, Rassen aber auch reingezüchtete Inzuchtlinien gekreuzt
werden.
Für den Doggenzüchter sind natürlich ausschließlich
reingezüchtete Doggenlinien interessant. Da es in der Doggenzucht
hauptsächlich um Championate geht, kann der Begriff der
Zuchtlinie nur sehr
großzügig verwendet werden. Nicht wenige Doggen sind als
Farbmischlinge für eine weitere Auskreuzung ungeeignet.
Ein günstiger Start für unsere Hybridzucht war die innerdeutsche Wende. Es wurde eine hervorragende ostdeutsche Zuchtlinie mit einer Linie aus Süddeutschland kombiniert. Danach folgten Einflüsse aus Belgien, den Niederlanden und Italien. Kombiniert wird grundsätzlich Harlekin x Schwarz aus Harlekin.
Definition:
Bei der Linienhybridzucht werden nichtverwandte
reingezüchtete Deutschen Doggen eines Farbschlages miteinander verpaart.
Selektiert (und damit ist eine züchterische Vorauswahl gemeint) wird nach den Anforderungen des
Zuchtstandards in
Verbindung mit dem Heterosis-Effekt.
Vorteil:
Durch die wiederholte Kombination fremder Gene wird die Gesundheit und die Vitalität verbessert. Das Wesen wird durch eine erhöhte Selbstsicherheit auf Grund der hohen Vitalität positiv beeinflusst.
Hybriddoggen aus mehrfacher Fremdanpaarung sind sehr aufgeweckt,
temperamentvoll, lauffreudig, nervenstark, zuverlässig,
widerstandsfähig und leicht lenkbar.
Die im Standard beschriebene Skepsis gegenüber Fremden wurde in unserer
Linie stark reduziert. Unsere Doggen zeigen sich ohne Leine sehr
spielfreudig zusammen mit anderen Hunderassen. Ausgesprochene Laufhunde,
wie z.B. Dalmatiner, werden in spielerischen Laufwettbewerben gern als
Herausforderer angenommen.
Der Wachinstinkt ist erhalten geblieben. Meine Doggen zeigen in der
Öffentlichkeit auch ohne Leine eine sehr angenehme Aufgeschlossenheit
im Grundverhalten fremden Personen gegenüber.
Die Deutschen Doggen vom Gehrensee sind wohl eine der ganz wenigen
Doggenzuchten die dieses auch praktisch, wie gesagt ohne Leine, in
Gegenwart freilaufender fremder Hunde aller Rassen, Spaziergängern aller
Altersgruppen, Joggern, Radfahrern u. ä. demonstrieren können.
Wenn am Anfang unserer Zucht die Doggen VDH/DDC 98399 (mit ZZL) und VDH/DDC
1O21O6 (mit ZZL) nicht ohne Leine im Hundeauslaufgebiet laufen konnten,
änderte sich das bereits grundlegend mit Bianca vom Gehrensee.
Die letzten Generationen mit Gina und Hera vom Gehrensee sind ohne Leine sehr
nervenstark, berechenbar und für den Außenstehenden
beeindruckend.
Die Ablehnung der Zwingerhaltung und eine sehr gute
Sozialisierung sind weitere Gründe für das hervorragende
Verhalten unserer Zuchtdoggen, aber bei weitem nicht der Hauptgrund.
Unsere Welpen sind im Alter von 6-8 Wochen wesentlich ausgeglichener geworden
als in den ersten Würfen vor etwa 12 Jahren. Da im frühen Welpenalter
eindeutig noch die Anlagen dominieren, kann man von einer wesentlichen
Verbesserung der Zuchtbasis ausgehen.
Die Methode der Haltung einer eigenen Zuchtlinie auf der Basis
der wiederholten Auskreuzung, in Verbindung mit einer
Selektion durch Welpentests, hat sich definitiv auf das Wesen sehr
positiv ausgewirkt.
Standard:
Hybride sind auf Grund von Heterosis optisch
sehr ansprechende, typvolle Doggen. Die Fellfarbe und Fleckung läßt
sich durch das Zusammenbringen von Passern in Anlehnung an den Zuchtstandard
positiv beeinflussen.
Dadurch konnte der Einfluss von gelben und blauen Genen in unserer
Harlekinreinzucht ausgeschlossen werden. Bei den Deutschen Doggen vom Gehrensee
wird keine Farbmischlingszucht betrieben. Eine Aufspaltung der Erbanlagen kann
deshalb bei der Weiterführung der Zuchtlinie nicht zum Problem werden.
Aus diesem Grund erfolgt unsere Deckrüdenauswahl europaweit. Die
entsprechenden Passer lassen sich nicht auf den Einflussbereich des VDH
beschränken.
Passerpaarung bei Deutschen Doggen:
Der Begriff Passerpaarung stammt
aus der Leistungszucht von landwirdschaftlichen Nutztieren.
In der Hundezucht wurde er bisher nicht verwendet.
Passer sind zwei Paarungspartner,
die aus genetischer Sicht hinsichtlich der Entwicklung optimaler Standardeigenschaften, besonders gute Nachkommen hervorbringen.
Hieraus ergibt sich die Frage ob es bestimmte Regeln gibt nach denen man die Paarungspartner
aussuchen sollte um hervorragenden Nachwuchs zu bekommen. Versucht man wissenschaftlich an das Problem
heranzugehen kommt man zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass Ausstellungstitel allein kein Maßstab sein können.
Hybridzucht ist ein Merkmal, aber bei weitem nicht der einzige Schlüssel zum Erfolg.
Die Harlekinzucht bei
Deutschen Doggen ist unter den Bedingungen des Qualzuchtverbotes eine echte Herausforderung geworden.
Deutschland hat seine ehemalige Führungsrolle hier bereits abgegeben.
Alternativen zur Championzucht werden im Mutterland der Deutschen Dogge noch nicht einmal angedacht.
Die Preise für gefleckte Deutsche Doggen sind nicht umsonst auf 2300 Euro angestiegen. Der Hauptgrund für diesen hohen
Welpenpreis sind sehr wenig vorzeigbare gefleckte Welpen trotz einer hohen jährlichen Wurfrate.
Nun wurde von mir der Begriff Passerpaarung eingeführt ohne ihn für die Harlekinzucht bei Deutschen Doggen zu
konkretisieren.
Weshalb diese Allgemeinheit in meinen Formulierungen?
Der Grund ist die Situation in der Doggenzucht in Deutschland.
Da mehr Welpen produziert werden, als Nachfrage ist, sind die Umgangsformen von Züchtern und Ausstellern unteinander
rauher geworden.
Verleumdung und üble Nachrede sind unter Konkurrenten fast die Norm. Man könnte in einzelnen Fällen glauben, dass man es mit
Strukturen der organisierten Kriminalität zu tun hat. Vereine arbeiten mehr oder weniger gegeneinander.
Es herrscht eine Situation, die man mit Glaubenskrieg umschreiben könnte.
Die Ausgrenzung Andersdenkender zwingt den einen oder anderen Züchter dazu sich neue Vereine zu suchen. Da die Konkurrenz
mit einem Vereinswechsel noch nicht beendet ist, wird weiter gegeneinander gearbeitet.
Unter diesen Bedingungen halte ich es für besser allgemein zu bleiben.
Den Welpenkäufer interessiert das Ergebnis mehr als ein züchterisches Konzept.
Diese Internetseite richtet sich in erster Linie an den Liebhaber der Rasse.
Es soll kein Disput eröffnet werden.
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