Der Grautiger
Fehlfarbe
oder
eigener Farbschlag bei Deutschen Doggen?
Doggen mit nicht im Standard beschriebenen Fellfarben nennt man im VDH/DDC kurz "Fehlfarben". Dazu gehören, Grautiger und Porzellantiger.
Andersfarbige Doggen dürfen im VDH/DDC nicht ausgestellt werden, ein Zuchtverbot ist selbstverständlich. Doggen mit einer nichtstandardgerechten Fellfarbe wurden in der damaligen DDR meist nicht aufgezogen. Heute werden andersfarbige Doggen zu Preisen abgegeben, die weit unter dem Aufwand eines Züchters liegen, der notwendig ist einen artgerecht aufgezogenen Welpen anbieten zu können.
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Behauptungen, daß "Fehlfarben" getötet werden sollen und es deshalb besser ist sie billig abzugeben sind falsch. Grundsätzlich bekommen in Deutschland in allen Zuchtvereinen alle Welpen Ahnentafeln, egal welche Farbe sie haben und egal wie viele es sind. Das Tierschutzgesetz schließt ein Töten von Tieren in solchen Fällen eindeutig aus.
Das Problem andersfarbiger Doggen ist ihr geringer Marktwert auf Grund der Zucht- und Ausstellungsbestimmungen des Monopolisten auf diesem Gebiet in Deutschland. Andersfarbige Doggen dürfen im DDC, auch nicht außerhalb der offiziellen Wertung ausgestellt werden. Hier besteht eindeutig Handlungsbedarf. Obwohl der Grautiger ausgegrenzt wird, hat er statistisch gesehen besonders bei denen zugenommen die ihn nicht haben wollen.
![]() Aktion "Helft den Grautigern" |
Können "Fehlfarben" vermieden werden?
Grundsätzlich kann man diese
Frage verneinen. In der Geflecktzucht wird es immer Grautiger geben.
Grautiger sind gefleckte Doggen mit einer grauen Grundfarbe und schwarzen
Flecken. Grautiger lassen sich in der klassischen Geflecktzucht mit mischerbigen Eltern nicht verhindern.
Ihre Zahl läßt sich aber reduzieren.
Das konsequente Ausselektieren
von Doggenwelpen die eine nicht dem Standard entsprechende Fellfarbe besitzen
(insbesondere durch Töten) sollte daher als Rassismus bezeichnet werden.
Wenn man bedenkt, dass die Deutsche Dogge locker 10 - 15 Welpen haben kann, der VDH/DDC aber in
seinen Zuchtbüchern einen Durchschnitt von 5 Welpen angibt, ist hier ein dringender Klärungsbedarf
was das Aussehen und den Zustand der Differenz von Welpen zum Normalzustand angeht.
Andere Fehlfarben z.B.
Porzellantiger, entstehen durch die Mischung der verschiedenen Farbschläge
untereinander. Gelbe, blaue, weiße oder schwarze Fellfarben können
sich durchsetzen. Die Hauptursache für Porzellantiger waren oder sind
falsche Ahnentafeln. Um den Kopftyp der gefleckten Doggen zu verbessern,
wurden z.B. gelbe und blaue Doggen in den gefleckten Farbschlag eingekreuzt
ohne den gelben oder blauen Deckrüden in der Ahnentafel anzugeben.
Da die
Fellfarben gelb und blau rezessiv sind fallen mit einem Paarungspartner, der
die gleichen Allele besitzt, Porzellantiger mit gelben o. blauen Flecken oder
gar gelbe und blaue Doggen.
Auf Grund der bevorzugten
Championzucht kann das mitunter einen schönen bunten Wurf von
unerwünschten "Fehlfarben" ergeben. Das "Grau" in den
Würfen wird gefördert.
Ist der Grautiger für die Zucht verwendbar?
Der Einsatz von Grautigern
in der Geflecktzucht ist im großen Maßstab nicht ganz
unproblematisch.
Paart man einen Grautiger an eine weiß/schwarz gefleckte
Dogge an, so entstehen:
Grautiger, schwarze und weiß/schwarz gefleckte
Doggen aber auch fast rein weiße Doppelmerledoggen, die blind oder taub
sein können.
Es bleibt also im Bedarfsfall nur die Anpaarung an schwarze
Doggen oder Manteldoggen.
Bei einigen Great Dane Züchtern (außerhalb der FCI) tauchen im Pedigree
vereinzelt Grautiger auf. Das ist aber immer die Ausnahme u. niemals die Regel.
Grautiger sind meist sehr vital und weisen nur selten Fehler (z.B. Augenfehler) auf. Diese Tatsache ist erstaunlich, da sie ausselektiert wurden und nicht unter Selektionsdruck von Körmeistern und Ausstellungsrichtern standen. Man kann davon ausgehen, dass Grautiger mischerbig sind.
Der Grautiger ist ein
Farbschlag der Deutschen Dogge, der nicht extra gezüchtet werden
muß, da er innerhalb der Geflecktzucht vorhanden ist.
Mit der Anpaarung
von Grautigern können Probleme auf Grund von Inzuchtdepression
überwunden werden.
Der Umgang mit Grautigern bei den Deutschen Doggen vom Gehrensee
Grautiger werden von uns als eigenständiger Farbschlag angesehen.
Sie können wie alle anderen Doggenwelpen auch bestellt werden.
Die Zucht mit Grautigern ist bei uns im Moment noch nicht
geplant. Die Verpaarung eines Grautigers mit einer schwarzen Manteldogge ist aber vorstellbar.
Auf Grund der sehr guten Vitalität der meisten Grautiger empfehlen wir diesen Farbschlag als Liebhaberdogge.
G.Dießel
© Dez' 2006 Nachdruck und Übernahme, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.

