Gina vom Gehrensee

Deutsche Dogge - Preis u. Haltungskosten

Anliegen der Rassezucht

In der Definition des Begriffes "Zucht" geht es um eine Verbesserung der Nachkommenschaft durch Selektion und Elternkombination in eine gewünschten Richtung.

Landläufig bezeichnet sich allerdings jeder, der zwei Tiere gleicher Rasse verpaart als Züchter. An Hand der sehr unterschiedlichen Welpenpreise kann man erahnen wie unterschiedlich hoch der Aufwand sein kann wenn zwei Doggen miteinander verpaart werden. Kein Züchter, den es um die Verbesserung der Rasse geht, kann mit Schleuderpreisen aus der Vermehrung konkurrieren.
Gesundheit, ein vorzügliches Wesen und ein eindrucksvoller Körperbau können auf die Dauer durch Vermehrung nicht billig produziert werden.

Es ist Aufgabe des Welpenkäufers kritisch zu sein um selbst einschätzen zu können ob verantwortungsvoll gezüchtet oder lediglich vermehrt wird.

Welpenpreise

Kostenvergleich

Wie sind die Welpenpreise bei den Deutschen Doggen vom Gehrensee?

Die Doggenwelpen vom Gehrensee werden weder verschleudert, noch versteigert. Unsere Welpenpreise liegen im mittleren Bereich. Eine festgelegte Preisliste gibt es bei uns nicht. Der Preis wird differenziert u. während der Aufzucht festgelegt. Berücksichtigt wird u.a. der Zuchtstandard. Es wird vorausgesetzt, dass die Kosten für eine artgerechte Haltung getragen werden können. Aus unserer Doggenzucht sind nur von Zeit zu Zeit Welpen zu verkaufen. Der Kauf erfolgt in der Regel über Vorbestellungen.

Haltungskosten


Haltungskosten


Tierarztkosten

Die Tierarztkosten lassen sich kaum voraussagen. Deshalb hier nur einige allgemeine Hinweise:
Eine robuste Dogge verursacht außer Impfungen und Entwurmungen kaum Tierarztkosten. Erst im hohen Alter, am Ende des Doggenlebens, entstehen durch Krankheit vermehrt Kosten.
Anders sieht es bei Unfällen aus. Wenn chirurgisch Eingegriffen werden muss, hat es sich bewährt einen möglichst unabhängigen Spezialisten einer Uniklinik aufzusuchen.

Problematisch wird es, wenn die Dogge ein chronisches Leiden hat.
An dieser Stelle kann ich nicht aus eigener Erfahrung berichten, da chronische Leiden bei unseren Zuchtdoggen bisher noch nicht aufgetreten sind.
Man kann sich aber informieren:
Zum Beispiel kann man bei einer dilatativen Kardiomyopathie (DCM - erblich bedingte Herzmuskelerkrankung) je nach Schweregrad mit monatlichen Kosten von 100-200 Euro rechnen.
Gegen solche ständigen Kosten ist die OP einer Magendrehung (etwa 1400,- Euro) relativ preiswert.
Die Tierarztkosten können, wie man sieht, sehr unterschiedlich sein.
Sie sind nicht nur zucht- sondern sehr stark auch haltungsabhängig. Dabei ist die richtige Wahl eines erfahrenen Veterinärs von entscheidender Bedeutung.

Preis, Gewährleistung u. Garantie

Grundsätzlich kann man sagen, dass Schleuderpreise aus unkontrollierter Zucht in Verbindung mit strengen Sparmaßnahmen in der Zucht- u. Aufzucht immer negative Folgen auf die Gesundheit haben.
Wie sieht es aber bei kontrollierten Züchtern aus, die nach den strengen Regeln ihres Vereins züchten?

Eine Gewährleistung nach § 434 u. § 437 BGB ist für Hundewelpen in erster Linie vom rechtlichen Status des Züchters u. vom Kaufvertrag abhängig.
Wenn Züchter als "Unternehmer" auftreten (also regelmäßig den Welpenmarkt bedienen) sind sie bei Mängeln zur Gewährleistung verpflichtet.
Hundezüchter die nicht planmäßig gegen Entgelt für den Welpenmarkt tätig sind, können eine Gewährleistung vertraglich ausschließen. (Quelle: Rechtsanwältin Claudia Marienfeldt, Stellungnahme i. A. des VDH)
Ein Ausschluss der Gewährleistung sollte sich definitiv auf den Preis auswirken.
Eine Garantie hat rechtlich gesehen nichts mit der Gewährleistung zu tun. Garantien können freiwillig vergeben werden.
Beim Kauf von Hundewelpen gilt grundsätzlich der § 433(1) BGB
"Durch den Kaufvertrag wird der Verkäufer verpflichtet, dem Käufer die Sache zu übergeben u. das Eigentum an der Sache zu verschaffen. Der Verkäufer hat dem Käufer die Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen."
Hier wird deutlich, dass Tiere wie "Sachen" behandelt werden. Die Problematik von Sachmängeln lässt sich am Besten an Hand von Zahnfehlern u. den allgemein bekannten "offenen Augen" (Ektropium) erklären. Beide Fehler sind nicht bei der Welpenabgabe sichtbar. Sie zeigen sich erst später. Auf Grund der Beweislastumkehr nach § 476 BGB sollten aber Mängel die vor dem 8. Lebensmonat sichtbar werden, aus rechtlicher Sicht kein Problem sein.
Den einzigsten Hinweis, den man an dieser Stelle geben kann ist folgender:
Von sehr teuren Welpen aus kontrollierter Zucht, sollte man auch sehr viel erwarten können.
Von preiswerten Welpen aus unkontrollierter Zucht kann man auch dementsprechend wenig erwarten.
Der Käufer erwartet bei hohen Preisen selbstverständlich keinen Ausschluss der Gewährleistung.

---------
Beispiel 1:
Ein gefleckter Doggenwelpe wurde für einen Kaufpreis von 2300,- Euro erworben.
Der Züchter macht regelmäßig mehrere Würfe im Jahr und ist damit zur Gewährleistung nicht nur fähig sondern auch verpflichtet.
Im 8. Lebensmonat stellt sich heraus, dass die Dogge einen im Standard festgelegten Fehler besitzt. Dies könnte ein leichter Fehler, ein "schwerer Fehler" oder ein "ausschliessender Fehler" sein.
Damit handelt es sich nach § 434 BGB um einen Sachmangel. Je nach Schwere des Mangels kann nach § 441(3) BGB der Kaufpreis gemindert werden.
Ist eine Behebung des Mangels nicht möglich, so besteht auch die Möglichkeit die Dogge zurückzugeben u. gegen eine neue (fehlerfreie) Dogge auszutauschen.(§ 439 BGB) In besonderen Fällen kann auch nach den §§ 440, 280, 281, 283 u. 311a BGB Schadensersatz verlangt werden.
Vorsicht! bei Deutschen Doggen wird mit leichter Hüft- und Ellenbogendysplasie gezüchtet und gleichzeitig mit einer Gesundheits-Gewährleistung auf alle erblichen Defekte geworben. Beides passt nicht zusammen.

Beispiel 2:

Ein schwarzer Doggenwelpe wurde für einen Kaufpreis von 1000,- Euro erworben.
Der Züchter macht alle zwei Jahre einen Wurf. Als Hobbyzüchter hat er auf der Basis von § 309 BGB die Gewährleistung vertraglich ausgeschlossen.
Es wurde beim Verkaufsgespräch darauf aufmerksam gemacht, dass die Doggenwelpen ausschließlich als Familienhund abgegeben werden.
Im 8. Lebensmonat stellt sich heraus, dass der Dogge ein wichtiger Zahn (P4) fehlt. Ein Zahnfehler dieser Art ist zuchtausschließend und führt auf Ausstellungen zur Zurückstufung der Dogge in der Regel auf einen der letzten Plätze.
Dieser Sachmangel kann nicht reklamiert werden. Für den Halter ist dieser Mangel ohne Bedeutung, da er lediglich einen Familienhund haben wollte.
Als Gegenleistung für den Ausschluss der Gewährleistung wurde ein geringerer Kaufpreis veranschlagt.

Beispiel 3:

Ein Doggenwelpe wurde mit einer Garantie für bestimmte Merkmale abgegeben.
Der Züchter hat Garantieleistungen schriftlich angeboten, da er sich sehr sicher ist, dass in seiner Linie bestimmte Mängel nicht, oder nur extrem selten auftreten.
Sollte trotzdem ein Mangel auftreten, der unter diese Garantieleistung fällt, kann dieser als Sachmangel nach § 434 BGB angesehen werden.
Solche Mängel fallen dann nach § 437 BGB unter die gesetzlich vorgesehene Gewährleistung.

Hinweis:

Mängel, die sich auf die Gesundheit und das Wesen der Dogge beziehen sind schlecht zu beurteilen.
Es muss immer davon ausgegangen werden, dass solche Mängel durch eine falsche Haltung erworben wurden.
Mängel dieser Art würden u.a. nach § 254 BGB "Mitverschulden" (des Halters) betrachtet werden.
Das klingt im ersten Moment befremdend, ist es aber nicht. Halter, die eine schnellwachsende junge Dogge falsch füttern (Übergewicht, Kalziummangel) und gleichzeitig körperlich stark belasten, provozieren Gelenkprobleme. In diesem Fall ist es kein "Mitverschulden" sondern ein eindeutiges Alleinverschulden des Halters wenn es zu Problemen kommt.
Neu eingeführt wurde eine Beweislastumkehr nach § 476 BGB. Hier heißt es: " Zeigt sich innerhalb von sechs Monaten seit Gefahrübergang (Welpenübergabe) ein Sachmangel, so wird vermutet, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang (Welpenabgabe) mangelhaft war, es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar."
Das bedeutet im Klartext, dass für Durchfälle keine Beweislastumkehr gilt, da solche Erkrankungen in der Regel nur kurzfristig auftreten. Bei einem Ektropium der Augen u. bei Zahnfehlern sieht das schon anders aus.
Verjährung: Die Verjährung der Mängelansprüche erfolgt entsprechend § 438 (1) Satz 3 BGB nach zwei Jahren. Die Verjährung beginnt mit der Welpenabgabe.

---------

Bei den Deutschen Doggen vom Gehrensee wird eine Garantie gegen gesundheitliche Probleme durch eine Hüftgelenksdysplasie (HD) gegeben.
Des Weiteren wird ein sehr anhängliches Wesen vom ersten Abgabetag an garantiert. Eine hohe Sicherheit für die Abgabe gesunder Welpen besteht bei uns durch ein garantiertes Rückgaberecht des Welpen innerhalb von 2 Wochen.
Doggenwelpen werden bei den Deutschen Doggen vom Gehrensee ausschließlich zur Verwendung als Familienhund abgegeben.

Nachfolgend sind Belege einer Untersuchung eines kompletten Wurfes unserer Hunde an der Universitätsklinik in Gießen zur Verhinderung von Qualzucht angeführt. Die Teilnahme an der Untersuchung war freiwillig. Da alle Welpen unter Vollnarkose untersucht wurden, musste man schon sicher sein gesunde, stabile Welpen zu haben. Mit einer Garantie hat das allerdings nichts zu tun. Hier handelt es sich mehr oder weniger um eine spezielle Form der Nachzuchtbeurteilung.


         
Zertifikat Zertifikat Zertifikat Zertifikat C-Wurf / Deutsche Doggen "vom Gehrensee"   
Carlos
gefl.
 Condor
R, gefl.
Cyros
R, s
Cita
H, gefl.
Zertifikat Zertifikat Zertifikat Zertifikat
Cliff
R, gefl.
 Cyrano
R, gefl.
Ceres
H, gefl. 
 Claire
H, s

Konkretisierung der Futterkosten

Da von verschiedenen Züchtern 50 € Futterkosten pro Monat (1,66 € / Tag) angegeben werden, hier eine Konkretisierung:

An einem Tag frisst eine Dogge bis zu 1kg Trockenfutter. Die Futtermenge hängt allerdings sehr stark von der Zusammensetzung des Futters, von der Haltung, aber auch von der Veranlagung der Dogge ab. Legt man auf Qualität wert, so kosten 15kg Markenfutter für große Rassen in der Aufzucht etwa 60 €.
Im Monat werden etwa 2 Tüten benötigt. (4 € / Tag)

Bei einem Preis von 1,66 € für eine Tagesration einer Deutschen Dogge steht die Frage im Raum was eigentlich in Futtermitteln dieser Kategorie enthalten ist. Immerhin muss man noch Kosten für Verpackung, Transport, Handelsspanne u. Mehrwertsteuer abrechnen.

Selbst hergestelltes Futter hat etwa die gleiche Preislage wie hochwertiges Trockenfutter von Markenherstellern wenn man mageres Muskelfleisch einbezieht. Nur staatlich zugelassene Fleischhändler o. Fleischer sind berechtigt Hundefleisch preiswert direkt vom Schlachthof zu beziehen. Halter von großen Hunderassen können Fleisch in größeren Mengen günstig meist nur beim Großhändler beziehen. Die wenigen Fleischer, die noch selbst schlachten, sind zwar besser, aber leider nur die Ausnahme.

Eine Diskussion ob eine ausgewachsene Dogge mit "weniger als 50 Euro im Monat" (Detlef Gügel, "Der Hund" Nr. 8/2008 S.14) ernährt werden kann ist müßig.  Spezialfutter von Markenherstellern ist nicht teurer als eine Schachtel Zigaretten pro Tag. Werden finanzielle Mittel für eine eventuelle Operation benötig, sind mit einem Schlag die Fütterungskosten für ein Jahr fällig.
Mit anderen Worten:   Man sollte als Halter einer Deutschen Dogge finanziell etwas beweglich sein.

Monatlich 120 € sollte man für eine Dogge schon einkalkulieren können.
Am Futter zu sparen hat deutliche Auswirkungen auf den Körperbau u. auf die Gesundheit. Die Tierarztkosten könnten unter Umständen dann die Einsparungen um ein Mehrfaches übersteigen.
Bei der Abgabe von Doggenwelpen hat der Züchter eine Schlüsselrolle. Eine unsichere Zukunft sollte in jeder Beziehung so weit es geht ausgeschlossen werden.
Die Deutsche Dogge wird nicht selten als der "Apoll unter den Hunderassen" beschrieben.
Ohne besondere Anstrengungen in der Zucht u. Haltung wird diese Ausnahmestellung nicht zu erreichen sein.

Zuchtvereine

Sehr häufig wird pauschal argumentiert Doggen nur in einem bestimmten Verein zu kaufen, da es nur im größten Verein strenge Bestimmungen u. vor allem seriöse Züchter gibt. Die Qualität einer Dogge oder besser gesagt eines Wurfes hängt sehr viel mehr von der Verpaarung, also vom Züchter, als vom Verein ab.
Ob Inzucht, Auskreuzung, Reinzucht, Farbmischlingszucht oder Heterosis entscheidet immer der Züchter. Ob FCI, UCI oder andere Zuchtorganisationen, die Rahmenbedingungen sind zwar wichtig aber nicht alles.
Es kommt darauf an die richtigen Passer zusammenzubringen. Da ist nun einmal Inzucht oder der kürzeste Weg zum preiswertesten Deckrüden nicht unbedingt die beste Lösung. Die Ablösung des Deutschen Schäferhundes als Diensthund bei der Polizei durch den Belgischen Schäferhund (Malinois) ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass die Größe eines Vereins, dessen restriktive Zuchtbestimmungen u. die Showkriterien auf Hundeausstellungen für die Praxis nicht alles sind. Bei den Deutschen Doggen ist das auch nicht anders.

Auf Grund der Überproduktion von Welpen wird der Kampf auf dem Welpenmarkt mit allen Mitteln durchgeführt. Nicht umsonst wird immer wieder von mafia-ähnlichen Strukturen gesprochen. Die Konkurrenz, bei einem Überangebot an Doggenwelpen, prägt deutlich das Verhältnis der Züchter und der Zuchtvereine untereinander.
Aus offener institutioneller Diskriminierung ist mittlerweile eine versteckte Herabsetzung geworden.
Erst als das Bundeskartellamt eingegriffen hat, wurden Diskriminierungen z.B. über die Zuchtpapiere unterbunden.
Ignoranz, Arroganz, Verleumdung nach § 187 StGB, Üble Nachrede nach § 186 StGB, die Anwendung von Stasimethoden (Denunziation) und Hochstapelei sind gängige Mittel um Konkurrenten los zu werden und gleichzeitig Welpen zu verkaufen.

Schnäppchenjäger

Der Slogan "Geiz ist Geil" hat sich leider auch auf einen Teil der Hundehalter ausgewirkt.
Die Schnäppchenjagd beginnt bei Doggenwelpen und umfasst generell alle Bereiche der Hundehaltung.
In Deutschland gibt es bereits Regionen in denen züchterische Qualität in der Doggenzucht kaum noch finanziell honoriert wird.
Mit anderen Worten: Je größer der Aufwand, desto roter die Zahlen.
Onlineportale mit Billigangeboten prägen nicht nur den Markt, sondern am Ende auch die Rasse.
Unter diesen Bedingungen wird die zwangsläufig teurere Quälität nicht selten nur noch für den züchterischen Eigenbedarf und einen kleinen Kreis von Insidern finanziert.
Eine Folge davon ist, dass sich nicht nur der Ruf der Rasse zunehmend verschlechtert, sondern das die gesamte Rasse unter Umständen zur Disposition gestellt wird.
Das beste Beispiel sind zwei ganz verschiedene Rasseportraits im Internet.
Das eine Rasseportrait finden sie auf dieser Seite. In diesem Portrait wird zwar auf Probleme hingewiesen, nicht aber die Deutsche Dogge aus der Distanz beschrieben.
Ein zweites Doggenportrait finden sie unter: www.doggenportrait.de
Um es auf den Punkt zu bringen:
Deutsche Doggen, wie unter "doggenportrait.de" beschrieben, würde ich weder kaufen noch halten und schon gar nicht damit züchten.


Doggen aus zweiter Hand

Hierbei handelt es sich meist um ausgewachsene Deutsche Doggen die in der Regel gegen eine "Schutzgebühr" abgegeben werden.
Bei der Schutzgebühr handelt es sich nicht um einen "Preis" im eigentlichen Sinne. Mit dieser Gebühr soll verhindert werden, dass die Tiere in falsche Hände kommen.
Beim Kauf einer erwachsenen Dogge ist die Prägephase definitiv vorbei. Nicht selten muss man mit den vorhandenen negativen Eigenschaften klar kommen.
Eine Umerziehung erfordert sehr viel Erfahrung und enorm viel Zeit.
Man sollte sich darüber im Klarem sein, dass es definitiv einfacher ist einen wesenstarken Doggenwelpen positiv zu prägen als eine negativ geprägte erwachsene Dogge neue Normen zu vermitteln.
In der Regel werden Doggen aus zweiter Hand als "Notfalldoggen" vom Tierschutz abgegeben.
Es kommt aber auch vor das Züchter Deutsche Doggen - "Notfälle",
im Alter von einem Jahr unter Bemerkungen wie "nur an Zwinger gewöhnt" über Onlinemärkte,
für 300,- Euro Schutzgebühr anbieten.

Wie kommen Schleuderpreise zustande?

Inserate von Doggenwelpen zum Preis nur wenig über dem einer Hauskatze erübrigen jeden Kommentar. Heutzutage hat kaum jemand etwas zu verschenken. Schleuderpreise sind das Ergebnis eines Extremsparkurses durch den Züchter. Das Motto ist meist: "Alles soll nix kosten", kaum Deckgebühren, keine Fahrtwege, Billigfutter und, und, und ...... In der Zeit von 1 Euro-Jobs kommt es eben auf jeden Euro an.

Das Endergebnis ist eine geringe Nachfrage weil solche Züchter keinen Ruf haben oder in einer Region wohnen in der die Kaufkraft stark rückläufig ist. Die Welpen werden verschleudert da auch das Billigfutter für die nicht abgenommenen Welpen am Ende so teuer ist, dass das eigene Bankkonto geschröpft werden muss. Immerhin benötigt eine junge Dogge im Alter von sehr wenigen Monaten bereits die gleiche Menge Futter wie ein erwachsenes Tier.
Genau diese Situation wird u.a. von Hundehändlern ausgenutzt. Fast täglich werden über Google unter Eingabe der Formulierung "Doggenwelpen zu verschenken" Welpen von Deutschen Doggen gesucht.

 

Die wenigsten Doggenliebhaber beabsichtigen einen Champion zu kaufen. Nicht selten werden auch Abstriche am Standard hinsichtlich der Fellfarbe gemacht. Man möchte zwar nicht beim Händler kaufen, kennt aber nicht die Problematik von Großzüchtern u. Vermehrern.
Durch die bevorzugte Schönheitszucht auf der Basis von Spekulation, Geld, Macht und Eitelkeit werden prinzipiell mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.


Die Zuchtdoggen vom Gehrensee sind vorzügliche, leichtführige Begleithunde auch ohne Leine. Bei der Selektion werden hier seit mehreren Generationen weit mehr Eigenschaften berücksichtigt als sie auf Dogshows beurteilt werden könnten.


Foto:
Hugo vom Gehrensee beim Ritterfest,
Schloß Börneke bei Berlin

  Hugo vom Gehrensee  

Wie kommen hohe Welpenpreise zustande?

Hier wird vom Züchter jeder Aufwand in Rechnung gestellt. Gleichzeitig wird das sehr geringe Angebot von z.B. gut gefleckten Welpen ausgenutzt um den Preis anzuziehen. In der Regel werden Spitzenwelpen nicht für die Allgemeinheit angeboten, sondern selbst behalten oder nur an möglichst namhafte Aussteller vereinsintern abgegeben.

Grundsätzlich bei hohen Preisen von Geschäftemacherei auszugehen ist ein Vorurteil. Doggenzucht, auch als Hobby betrieben, ist teuer. Qualität muss immer auch finanziert werden. Die Kosten für die Zucht liegen weit über den Haltungskosten für den normalen Halter einer Dogge. Bei Auslandsdeckakten ist der Aufwand besonders hoch. Züchter die an ihren Hunden hängen, also ihre Dogge nicht nach mehreren Zuchtverwendungen verkaufen, schreiben kaum schwarze Zahlen.

Ausstellungstitel

Ausstellungstitel sind ein Beleg dafür, dass ein Welpe eines Wurfes sich zu einen herausragenden Vertreter seiner Rasse entwickelt hat.
Titel sind subjektive Entscheidungen, die keine Garantie für eine gute Vererbung sind.

Der Titel eines Champion hat für das Ego u. für die Marketingstrategie seines Besitzers die größte Bedeutung. Es hat sich bei einigen Züchtern durchgesetzt vielversprechende Welpen zu kaufen, wenn man selbst keine Anwärter auf den Ausstellungssieg im Wurf hat. Das gilt insbesondere für gefleckte Deutsche Doggen. Mit Geld sind manche Züchter in der Lage ihre Abwesenheit in bestimmten Ausstellungsringen schneller zu überbrücken als durch Zucht.

Dem potentiellen Käufer wird dadurch ständig suggeriert, das die besten Doggen nur aus bestimmten Zwingern kommen. Das dort sehr oft mit fremden Doggen viele Würfe gemacht werden fällt meistens nicht ins Gewicht. Es ist schon erstaunlich wie gering manchmal die Rolle der Vererbung in der Marktwirtschaft eingeschätzt wird.

Für die Vermarktung von Welpen u. für die Präsentation von Deckrüden haben Titel immer noch den Vorrang. Das Verbessern von Eigenschaften einer Zuchtlinie in ihrer Gesamtheit über mehrere Generationen wird kaum anerkannt. Insbesondere kleinere, weniger bemittelte Züchter von gefleckten Deutschen Doggen, die auf Champions aus Farbmischlingszucht hereinfallen, haben die größten Probleme.
Je weniger Würfe gemacht werden und je höher die Qualität des Gesamtdurchschnitts der Welpen im Wurf, desto besser ist die Zucht.
Für den Welpenkäufer ist es wichtig das im Wurf mehr als nur ein vielversprechender Welpe ist. Der Gesamtdurchschnitt des Wurfes sollte deshalb sehr hoch sein. Das erreicht man nur durch zwei Paarungspartner die zueinander passen. Es ist eine Milchmädchenrechnung zwei Champions mit dem Ziel zu verpaaren einen Wurf mit nur "vorzüglichen" Nachkommen zu erhalten. Man sollte schon sein Wissen u. seine Erfahrungen in den Genen der eigenen Zuchtlinie verankern.


Profilierung über Preise

Welpenpreise können auch als Mittel zur Profilierung durch den Züchter eingesetzt werden. Sehr hohe Preisforderungen sollen eine hohe Nachfrage und damit eine sehr hohe Qualität demonstrieren. Championzucht bedeutet auch Championpreise.
Geht die Nachfrage zurück o. ist sie nicht vorhanden, wird verhandelt. Nicht jeder ist bereit Spitzenpreise zu bezahlen. Das bei diesem Preis-Poker noch eine andere Botschaft zur Diskussion steht, wird leicht übersehen.

Die Botschaft suggeriert: Man kann mit der Doggenzucht sehr viel Geld verdienen.

In der Endkonsequenz bedeutet diese Aussage: mehr Züchter, mehr Welpen, weniger Qualität und nicht wenige Doggen in falsche Hände.


Die Welpenpreise aus der Sicht der Volks- u. Betriebswirtschaftslehre

Nach den allgemeinen Regeln der Volkswirtschaftslehre ist die Nachfrage abhängig vom Preis. Das bedeutet: hoher Preis = geringe Nachfrage / geringer Preis = hohe Nachfrage.
Der Preis kommt auf dem Markt durch Angebot und Nachfrage zustande. Man geht also zwangsläufig aufeinander zu.
Weiter gilt: Ist die Nachfrage kleiner als das Angebot, besteht ein Angebotsüberhang. Ist das Angebot größer als die Nachfrage, besteht eine Nachfragelücke.
Wie sieht diese Theorie nun in der Praxis aus?
Bei Deutschen Doggenwelpen gab es in den letzten 20 Jahren meiner züchterischen Tätigkeit stehts einen Angebotsüberhang.
Laut VDH-Wurfstatistik kommt die Deutsche Dogge gleich nach dem Rottweiler. Danach folgen in Reihenfolge Deutsch Kurzhaar, der Cocker Spaniel, der Berner Sennenhund u. der Hovawart.
Ein Grund für die hohen Welpenzahlen sind die ständigen Bemühungen der Zuchtvereine um neue Mitglieder. Das heißt: mehr Züchter, mehr Aussteller, mehr Geld in die Kasse des Vereins.
Bei diesem permanenten Angebotsüberhang an Welpen kommt es zu einen ständigen Preiskampf der Züchter untereinander.
Durch die Wirtschafts- u. Finanzkrise ist das Geld knapper geworden. Hinzu kommt eine geringe Kaufkraft durch eine hohe Arbeitslosigkeit u. Niedriglöhne. Auf diese Weise ist die Nachfrage nach großen Hunden zurückgegangen.
Bei sinkender Nachfrage in Verbindung mit einem Angebotsüberhang kommt es immer zu einem Preisverfall.
Der Züchter, in der Rolle des Betriebswirtes, kann durch Werbung u. Marketing den Preisverfall bis zu einem gewissen Grade in Grenzen halten.
In dieser Situation einen "Millionen" Umsatz mit Deutschen Doggen zu machen ist vergleichbar mit einem Eiland auf dem Milch und Honig fließen. Gemeint ist ein Verkäufermarkt auf dem der Züchter auf Grund einer traumhaften Nachfrage Maximalpreise frei festlegen kann.


Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb

Für den Kauf von Doggenwelpen ist das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb von besonderer Bedeutung. Das gilt insbesondere für den § 5 der auf das Problem von irreführender Werbung hinweist. Irreführende Werbung ist laut § 5 eine geschäftliche Handlung, die auf unwahren Angaben oder sonstigen Täuschungen beruht. Irreführende Werbung beginnt bereits bei falschen Größenangaben für die Elterntiere, aber auch für die angebotenen Doggenwelpen. Das gleiche gilt für Gewichtsangaben oder medizinische Werte, die auf Hochstapelei beruhen. Zum unlauteren Wettbewerb gehört auch die pauschale Diskriminierung anderer Doggenzüchter. Auch der Verkauf von Doggenwelpen über Verleumdung und üble Nachrede ist nicht nur ein Tatbestand im Sinne des Strafgesetzbuches, sondern eine besondere Form des unlauteren Wettbewerbs.

.

Autor: G. Dießel

Nachdruck u. Übernahme, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors. ©