Artgerechte Haltung von Deutschen Doggen
Hinsichtlich der Haltungsbedingungen von Deutschen Doggen werden die sehr unterschiedlichen Meinungen nicht selten von rein persönlichen Interessen bestimmt. Dadurch wird eine sehr anpassungsfähige Hunderasse je nach Bedarf mit Eigenschaften versehen, die mehr dem marktgerechten Absatz von Welpen dienen, von der Realität aber weit entfernt sind. Besonders übel wird es, wenn suggeriert wird, das allein durch züchterischen Einfluss die Dogge optimal für alles geeignet ist. Doch nun etwas konkreter zum Thema:
Vielleicht sollte man anstatt von artgerechter Haltung besser von:
optimalen, möglichen und ungeeigneten Haltungsbedingungen sprechen.
Wichtig ist zu wissen, dass jede Haltungsform starke Seiten und weniger günstige Aspekte in sich birgt. Unter Haltungsformen kann man die: Freilandhaltung, die Wohnungshaltung und die Zwingerhaltung verstehen.
1. Ungeeignete Haltungsbedingungen
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2. Mögliche Haltungsbedingungen
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3. Optimale Haltungsbedingungen
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Weshalb ist die beschriebene Haltungsform optimal?
Unsere Dogge benötigt für eine gute Entwicklung u. a. frische Luft, Sonne (UV-Stahlung) und Bewegung. Diese Bedingungen sind bei der reinen Wohnungshaltung nicht ausreichend gegeben. Werden Welpen aus Freilandhaltung in der Wohnung weiter aufgezogen, dann kommt es bereits nach wenigen Wochen zu einer Reduzierung des Muskelapparates. Das Unterhautfettgewebe ist nicht entwickelt, was sich besonders im Winter negativ bemerkbar macht. Die Tiere, die Zimmertemperaturen gewöhnt sind, frieren im Winter schneller und besitzen kein dichtes Winterfell. Aus schweren muskulösen Doggen werden in der Wohnung meist sehr elegante Vertreter ihrer Rasse. Man kann eine Dogge zwar auch in der Wohnung auf "Masse" bringen. Der Typ ist aber trotzdem ein anderer. Oft fehlt die kräftige, muskulöse Brust und die aufgezogene Bauchlinie. Wenn dann noch viele Nudeln oder Essensreste gefüttert werden, braucht man sich nicht zu wundern wenn es Menschen gibt die Doggen mit kleinen Kälbern vergleichen. Wohnungsdoggen insbesondere, wenn sie in der Stadt leben, sind allerdings vorzüglich sozialisiert und deshalb bestens für den Urlaub geeignet.
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| Dragon vom Gehrensee, ein sehr kräftiger Rüde aus Freilandaufzucht mit Familienanbindung. | Annuschka "v. Gehrensee" hat auch mit 7 Jahren noch ein vorzügliches Gebäude. |
Freilandhaltung bedeutet das die Dogge etwa 20 Stunden des Tages außerhalb des Hauses ist ohne ständig in engen Zwingern eingesperrt zu sein. Das ist besonders im Herbst wichtig. Der Körper stellt sich nicht in der Wohnung auf die Temperaturen im Winter ein. Ab Null Grad Nachttemperatur wird der Eingang der Hütte verhangen. Gehen die Temperaturen auf unter -5 Grad zurück, legt man am besten zwei Doggen in eine Wurfhütte. Ab -10 Grad Nachttemperatur muss dann die Hütte beheizt werden. Das Messen der Temperaturen innerhalb der Hundehütte wird am Anfang, wenn man noch keine Erfahrungen hat, eine Hilfe sein. Die Dogge sollte morgens immer warm aus ihrer Hütte kommen. Das Heizen mit Dunkelstrahlern hat sich insbesondere bei Welpen nicht bewährt. Welpen ziehen sich gern zum roten, warmen Licht. Bei der Verwendung von Rotlicht ist allerdings streng auf die Sicherheitsbestimmungen zu achten. Die Lampe muss gesichert sein u. es darf keine Brandgefahr bestehen. Man kann durch Rotlicht insbesondere im Herbst verhindern, dass die Welpen nicht einfach im Vorraum des Hundehauses schlafen, weil es eventuell im "Hundehaufen" bequemer war als sich vom Rudel zu trennen und in die Hütte zu gehen.
Gegen Zwinger ist nichts einzuwenden, wenn sie als kurzzeitiger Aufenthalt gedacht sind. Das Maß aller Dinge für eine artgerechte Haltung liegt wie immer meistens in der Mitte. Extreme sollten vermieden werden. Richtschnur für die Haltung sollte die Gesundheit unsere Dogge sein. Die Dogge selbst entscheiden lassen ist nicht möglich, da sie immer den bequemen Weg wählen wird und der ist bei Herrchen auf dem Sofa. Sie haben genau wie die meisten Menschen Schwierigkeiten einzusehen, dass der bequeme Weg auf die Dauer nicht immer der Beste ist.
Nicht zuletzt ist die Haltung von Hunden immer auch an die örtlichen Gegebenheiten gebunden. In einer hundefeindlichen Umgebung wird einiges anders sein als in Regionen oder in Ländern, wo man ein Herz für Tiere hat. Intoleranz, Rassismus und Machtkämpfe die unterhalb der Gürtellinie ausgetragen werden, haben in Deutschland zugenommen. Die Deutsche Dogge, weltweit meist als "Great Dane" bezeichnet, hat immer noch den Vorteil in Deutschland ein deutscher Hund zu sein. Wie würde man denn mit ihr umgehen wenn die Hauptzuchtbasis nicht in Deutschland wäre? Welchen Wert haben seriöse Statistiken, wenn sie völlig ignoriert werden? Der Deutschen Dogge kann man unter diesen Bedingungen nur wünschen, dass sie in gute Hände kommt und ihr Herrchen nicht aufgibt für ihr Recht zu kämpfen z. B. auch ohne Leine laufen zu dürfen.
© 1999 by G. Dießel, Nachdruck und Übernahme, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.
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