Bewegung  Hamlet vom Gehrensee © by G.Dießel

Die tägliche Bewegung durch Spaziergänge ist neben dem freien Auslauf auf einem Grundstück für eine optimale körperliche Entwicklung unbedingt erforderlich. Falls sie einen großen Garten haben, wird die Entwicklung durch häufigen oder ständigen Aufenthalt an der frischen Luft bei mäßiger Sonneneinstrahlung sehr positiv beeinflusst. Der Energiebedarf und damit die Nahrungsaufnahme liegt bei der Freilandhaltung wesentlich höher als bei der Wohnungshaltung. Doggen aus Freilandhaltung sind immer kräftiger, muskulöser und auch widerstandsfähiger als "Wohnungsdoggen". Diese Haltung ist artgerechter und trägt wesentlich zur Ausprägung des Doggentyps bei, der auf Ausstellungen vorgeführt werden kann.

Die täglichen Spaziergänge sollten anfangs bei Doggenwelpen über eine Dauer von 15 Minuten und später von 30 Minuten durchgeführt werden.

Toben junge Doggen in der Hauptwachstumsphase (3.-7. Lebensmonat) zu viel herum, so bekommen sie trotz bester Futtermittel sehr schnell weiche, nicht gerade Vorderläufe. Die Katzenpfoten gehen zurück.

Um Schäden an den noch sehr weichen Gelenken zu vermeiden, ist der Aufenthalt in der Phase des schnellsten Wachstums im Hundeauslaufgebiet, bei temperamentvollen Doggen auf 30 Min., bei ruhigen Doggen auf 60 Min. zu beschränken.
Darüber hinaus ist es sehr wichtig besonders im Alter zwischen dem 4.u.7. Lebensmonat durch den Tierarzt das Phosphor-Calcium-Verhältnis im Blut prüfen zu lassen. Das gilt auch für die teuersten Futtermittel mit den meisten Versprechungen durch die Werbung. Ein schnelles Wachstum, verbunden mit einer zu geringen Calciumversorgung und ein langer Aufenthalt im Auslaufgebiet kann zu Gelenkschäden führen. Das Problem beim Futter besteht weniger darin, dass zu wenig Calcium im Futter vorhanden ist, sondern das die Futtermittel überlagert sein können. Die Dogge muss das angebotene Calcium mit Hilfe von Vitamin D verarbeiten können und in ihren Gelenken einlagern. Durch die empfohlenen Blutuntersuchungen kann man sich und seiner Dogge viele Probleme ersparen, denn Arthrosen sind nicht heilbar.

Ab dem 6. Lebensmonat bis zur Beendigung des ersten Lebensjahres dehnt man die Ausflüge auf 60 Minuten aus. Mehrere kurze Spaziergänge am Tag sind grundsätzlich besser als nur ein ausgedehnter Ausflug. Lange Wanderungen oder das Training am Fahrrad im ersten Lebensjahr können bleibende Schäden an den Gelenken zur Folge haben.
Auch das ständige Treppensteigen sollte man einer jungen Dogge nicht abverlangen.

Es hat sich für die Wesensentwicklung bewährt, die Tiere in geeigneter Umgebung (Feld, Wald, Hundeauslaufgebiet) regelmäßig ohne Leine laufen zu lassen.

Bei regelmäßigen Kontakt mit fremden Hunden im Hundeauslaufgebiet ist eine 5-fach Impfung nicht ausreichend. Unsere Dogge sollte gut durchgeimpft sein. Die wichtigsten Impfungen sind: Tollwut, Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose, Zwingerhusten u. Borreliose.

Bitte beachten sie, daß unsere Doggen es ohne Leine sehr schnell lernen Spuren zu lesen und zu verfolgen. Ein ungenehmer Jagdtrieb könnte so gefördert werden. Die Dogge sollte sich also nicht zu weit von Herrchen oder Frauchen entfernen damit noch eingewirkt werden kann. Immerhin wurden Doggen in der Vergangenheit einmal für die Großwildjagd eingesetzt.

Temperamentvolle Doggen, die nicht genügend Auslauf bekommen, ziehen unter Umständen vermehrt an der Leine.
Hier sind nicht nur Unterordnungsübungen notwendig, sondern auch ausgedehnte Touren möglichst mit dem Fahrrad mit oder ohne Leine.
Dabei sollten Gebiete mit einem sehr hohen Wildbestand möglichst umfahren werden. Ich konnte regelmäßig bei solchen Radtouren beobachten, dass unangeleinte Doggen sich nicht sehr weit entfernen. Sie möchten den Kontakt zu ihrem Herrchen auf dem Fahrrad nicht verlieren.

Trainieren sie ihre Dogge später nicht bei sehr warmen oder schwülen Wetter. Der Kreislauf kann auf diese Weise sehr schnell überlastet werden.

Bei Radwanderungen an der Ostsee zeigten unsere ausgewachsenen Tiere, die auf Vitalität gezüchtet wurden, auch über eine Distanz von 25 km bei kühlem Wetter keine Schwächeerscheinungen.

G. Diessel

.